Januar-Mai 2026: Der Wert der Gemeinschaft


Unter all den Themen, die sich für die ersten Monate des Jahres 2026 im Human-Design-Chart zeigen, ragt die „Gemeinschaft“ heraus. Genau fünf Monate lang, vom 23. Dezember 2025 bis zum 23. Mai 2026, aktivieren die beiden Mondknoten die entsprechenden Tore 40 und 37 und damit den ganzen „Kanal der Gemeinschaft“.
Was heißt das?


Emotionen und Willenskraft


Mit diesem Kanal sind für alle sowohl das emotionale Zentrum als auch das Willenszentrum im Human-Design-Chart aktiviert. Das hat mehrere Auswirkungen:


- Wer in seinem Geburtschart ein offenes, also in der Körpergrafik weißes,  emotionales Zentrum (rechts außen im Bild) hat und damit „normalerweise“ stark die Emotionen anderer wahrnimmt und spiegelt, hat jetzt mehr Zugriff auf eigene Emotionen und dadurch in gewisser Weise mehr emotionale Stabilität. Man wird dann tendenziell weniger mitgerissen von den Emotionen anderer. Es kann aber auch sein, dass sich dann die gewohnte Sachlichkeit überlagert durch diverse Stimmungen, und  möglicherweise wird man auch langsamer, was Entscheidungen angeht (soll ich oder soll ich nicht?). Wie gesagt, das betrifft die emotional offenen Menschen, und das sind immerhin 50 Prozent der Bevölkerung. Für die anderen 50 Prozent, die emotional Definierten, ist der Zustand normal, dass man stark von den eigenen Stimmungen, den berühmten emotionalen Wellen, abhängt.


- Die Auswirkung bezüglich des Willenszentrums besagt ebenfalls, dass „normalerweise“ offene Willenszentren jetzt aktiviert werden. Hier geht es um Willenskraft, Willensstärke und Durchsetzungsfähigkeit, die durchaus auch egoistisch geprägt sein kann (das Willenszentrum heißt auch Ego-Zentrum - oder auch Herzzentrum). Die immerhin 70 Prozent der Bevölkerung, die im Geburtschart ein offenes (weißes) Egozentrum haben, verfügen also jetzt tendenziell stärker über die Fähigkeit, ihren Willen durchzusetzen. Und es empfiehlt sich, auf Pausen zu achten. Wie das physische Herz folgt auch das Herzzentrum (=Willenszentrum) einem Rhythmus, nämlich dem von Arbeit und Erholung.


- Beide Zentren, Herz- und emotionales Zentrum, sind sogenannte Motoren, sie verleihen einem also Kraft: emotionale Power bzw. Willenskraft. Es steht also jetzt vielen Menschen tendenziell mehr Energie zur Verfügung.


Versorgung des Stammes


Der Kanal der Gemeinschaft gehört zum Bereich der materiellen Versorgung („Ego-Schaltkreis“ in der Human-Design-Terminologie). Dabei geht es um Handel und Wandel, um Unterstützung und Versorgung: Haben wir ein Dach über dem Kopf und genügend Lebensmittel im Kühlschrank? Der „Kanal der Gemeinschaft“ steht für Zusammengehörigkeit, alles dreht sich um den eigenen „Stamm“, die Familie oder sonstige Gemeinschaft: das Dorf, den Freundeskreis, den Verein, die Firma usw. Wer gehört zu „uns“, wer gehört nicht dazu? Und es geht um die Frage: Wie kann mit – ausgesprochenen oder unausgesprochenen - Vereinbarungen und Abmachungen sichergestellt werden, dass Geben und Nehmen stimmt? Klassischerweise ist es hier der Ehevertrag: Was gibst du mir, was gebe ich dir? Und die Zugehörigkeit drückt sich durch Berührungen aus – Umarmungen, „zufällige“ Berührungen, Händchenhalten, Kuscheln.


Das Thema jetzt


All dieses wird nun durch die Mondknoten aktiviert. Über die Mondknoten habe ich ja schon öfter geschrieben, sie bezeichnen sozusagen den Weg, auf dem wir unterwegs sind.
Das aktuelle Thema könnte man mit den Fragen beschreiben: Wer gehört wirklich zu mir, zu meiner „Familie“, und wer nicht? Wer tut mir wirklich gut, mit wem verstehe ich mich?  Stimmt Geben und Nehmen in der Verbindung?
Damit ist zu erwarten, dass sich in dieser Zeit so manches klärt, dass es zu Trennungen und neuen Verbindungen kommt oder auch zur Festigung von bestehenden Beziehungen. Man kann sich in aller Entschiedenheit trennen (Tor 40 ist „Die Befreiung“, nämlich von unpassenden oder negativen Einflüssen, und kann sehr rigoros sein).
Es heißt aber auch, dass man näher zusammenrückt, sich gegenseitig besucht, einander unterstützt, zusammen feiert (ich selbst habe noch nie über die Feiertage so viel Besuch gehabt wie diesmal!).
Da kann also dann umso mehr emotionale Wärme entstehen (Tor 37 ist „Die Sippe“, das Tor der Freundschaft, symbolisiert in offenen Armen).


Randbemerkung: In Berlin hatten wir ja im Südwesten gerade einen riesigen Stromausfall, der 45 000 Haushalte betraf (45 000 Haushalte hieß es – wie viele Menschen sind das dann?). Nach dem, was ich von meiner betroffenen Freundin höre, war da die Nachbarschaftshilfe groß geschrieben, und diese kam gegenseitig ganz selbstverständlich! In solchen Notsituationen zeigt sich ja bekanntlich, wie es um das Zusammenhalten bestellt ist, auf wen Verlass ist.


Woher – wohin?


Wie gesagt, es geht bei den Mondknoten um den Weg, und dieser Weg führt von Tor 40 (südl. Mondknoten) hin zu Tor 37 (nördl. Mondknoten).
Mit Tor 40 verbindet sich das Ego innerhalb der Gemeinschaft, d.h. die  geschlossene Tür, um in Ruhe arbeiten zu können, inklusive dem Gefühl, auch in der Gemeinschaft allein zu sein. Arbeiten, um die Gemeinschaft zu erhalten - und das kann bis zum „workaholic“ gehen. Kollektiv gesehen, bringt das aktuell die Frage: Wie sieht die Arbeitswelt aus, und wie soll sie in Zukunft aussehen? Und persönlich: Inwieweit ist mein eigener Wert und mein Prestige (auch ein wichtiges Thema des Ego-Zentrums) abhängig von der Arbeit, die ich tue?
Das sind also die Themen, von denen wir herkommen und die wir in der bisherigen Form nochmal anschauen dürfen, um uns dann stärker auf den Wert der (persönlichen) Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu konzentrieren, auf die Freundschaften und die emotionale Wärme.


Das größere Bild


Was diese ganze Thematik meines Erachtens nochmal spannender macht, ist der gegenwärtige Wandel, der allenthalben im Gange ist. Der Begründer des Human Design Systems, Ra Uru Hu, sprach von einem Wechsel des übergeordneten gesellschaftlichen Themas, der 2026/2027 erfolgen soll. Die letzten 400 Jahre standen unter dem Stichwort „Planung“ (sogen. „Kreuz der Planung“); da wurden die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen so organisiert, dass der Alltag zuverlässig funktioniert. Also: Man kann sich darauf verlassen, dass man beim Bäcker Brötchen kaufen kann und dass es einen Bus gibt, mit dem man fahrplangemäß von A nach B kommt.
Dieses „Kreuz der Planung“ besteht genau aus den Toren 37 und 40 sowie 9 und 16. Das Gemeinschafts- (und Abgrenzungs-) Thema von 37-40 wird also ergänzt durch die „logisch“, und kollektiv ausgerichtete Fähigkeit zur Detailarbeit (Tor 9) und die Fertigkeit und Geschicklichkeit, Geplantes umzusetzen (Tor 16). Die letzten 400 Jahre waren damit geprägt von der verbindlichen Regelung des Zusammenlebens und -wirkens in Gemeinschaften (Kommunen, Staaten usw.), und das hat ja im Großen und Ganzen auch funktioniert.


Zukunftsmusik


2027 bringt dann den Anfang eines neuen 400-Jahres-Zyklus, und der steht unter dem „Kreuz des Schlafenden Phönix“. Die hier betroffenen vier Tore (für die Human-Design-Fachleute: 55 – 59 – 34 – 20) sind viel stärker individuell ausgerichtet, nicht mehr kollektiv, bzw. agieren aus spontanen Impulsen heraus. Um das positiv auszudrücken: Wir sind dann weit weniger als bisher an kollektive Vorgaben gebunden –  an das, „was sich gehört“ oder was erwartet wird –, sondern können unsere jeweilige Individualität ausleben. Jeder Mensch kann dann den ihm gemäßen Platz einnehmen, muss sich viel weniger als bisher einpassen und anpassen.
Die Richtschnur für das Handeln und Wirken müsste dann nicht mehr in vorgegebenen Regeln liegen, sondern in der persönlichen Authentizität. Was natürlich innere und äußere Freiheit bedingt. Das Idealbild, das sich damit verbindet, ist, dass die Notwendigkeit für Abgrenzung („wir“/“die anderen“) wegfällt und man sich als Mensch unter Menschen begegnet. Damit müsste auch einhergehen, dass es keinen Mangel mehr gibt. Mir fallen hier solche Ansätze wie Lichtnahrung ein oder freie Energie – d.h. es gibt ja schon einiges im Bereich der Möglichkeiten. Ich gehe auch davon aus – nicht zuletzt nach der Lektüre diverser astrologischer und sonstiger Vorhersagen - , dass sich unser Bewusstsein in der Zukunft stark erweitern wird und damit unsere Fähigkeiten wie Telepathie, Hellsehen, Teleportation usw. usf.


Der Zusammenhang


Bevor ich mich hier vergaloppiere, zurück zu 37-40 und dem, was ich eigentlich sagen wollte. Nämlich: Mir kommt es so vor, dass dieses Thema Gemeinschaft hier quasi eine Abschiedsvorstellung für das Kreuz der Planung gibt – in dem Sinne, dass wir (jede(r) Einzelne) aufgerufen sind, die Verbindungen zu klären und bewusst zu pflegen, die uns dann auch in der bevorstehenden Zeit tragen werden. Nach allem, was man hört  - und bereits in den ersten Tagen des Jahres erlebt hat! -, wird es ja wohl ein sehr dynamisches Jahr werden, und da ist es sicherlich von großer Bedeutung, die passenden Mitmenschen um sich zu haben.


Lassen wir uns also nicht irre machen, egal was geschieht, sondern stützen uns lieber auf alles, was uns erdet und stärkt, und nicht zuletzt auf die bewährten lieben Menschen an unserer Seite!
In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein gutes, starkes, liebevolles Jahr 2026.

Anna Bahlinger



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